Naturnahe Gewässerentwicklung
Wie können technisch geprägte Bäche wieder zu vielfältigen Lebensräumen werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich unsere Naturpark-Ranger gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Landschaftspflegeverband Frankenwald im Rahmen einer zweitägigen Gewässerschulung im Einzugsgebiet des Obermains.
Im Mittelpunkt standen die fachlichen und rechtlichen Grundlagen naturnaher Gewässerentwicklung sowie die ökologische Durchgängigkeit von Fließgewässern. Denn natürliche Strukturen wie Kies, Steine, Totholz, unterschiedliche Wassertiefen und abwechslungsreiche Ufer bieten zahlreichen Arten Nahrung, Schutz und Lebensraum. Begradigungen, befestigte Ufer und Querbauwerke schränken diese Vielfalt dagegen vielerorts ein.
Nach theoretischen Einheiten ging es an die Gewässer Döberten und Krassach bei Bad Staffelstein. Am Leitenbach in Gundelsheim konnten die Teilnehmenden anschließend selbst praktische Maßnahmen umsetzen: Sie bepflanzten Uferbereiche und eine Insel, brachten Strukturen aus Weidengeflecht ein, verbesserten einen bestehenden Fischpass und gestalteten einen Steinriegel so um, dass auch schwimmschwächere Fischarten wieder wandern können. ![🐟]()
Die Schulung machte deutlich: Naturnahe Gewässerentwicklung muss nicht immer groß und kostenintensiv sein. Auch kleinere, gezielt geplante Maßnahmen können die Strömung verbessern, neue Lebensräume schaffen und natürliche Prozesse fördern – selbst innerhalb von Ortschaften.
Voraussetzung dafür ist eine enge Zusammenarbeit von Kommunen, Wasserwirtschaft, Naturschutz, Fischerei und engagierten Menschen vor Ort. Das erworbene Wissen und die praktischen Erfahrungen sollen nun in die Naturparke und Regionen weitergetragen werden.
So kann aus einer zweitägigen Schulung ein Impuls für viele weitere lebendige Bäche und Flüsse entstehen.
Jede Veränderung beginnt mit einem genauen Blick und dem ersten Schritt am Bach.
Copyright: © Sonja Greimel / WWF





